Gefährliche Zusatzstoffe – Wie schädlich sind sie wirklich?

Wie_werden_Zusatzstoffe_getestet

Gefährliche Zusatzstoffe – Wie schädlich sind sie wirklich?

 

Zusatzstoffe sind in unseren Lebensmitteln heute allgegenwertig. Sie sorgen dafür, dass geschnittenes Obst nicht braun wird, leichtverderbliche Lebensmittel sich länger halten, Produkte auch schön Rot oder Grün sind oder richtig lecker nach Erdbeere oder Apfel schmecken. Verwunderlich ist, dass die Mehrheit der Bevölkerung sich keine Zusatzstoffe in den Produkten wünscht. Trotzdem enthalten immer mehr Produkte Zusatzstoffe und diese werden auch gekauft. Die große Frage ist nun, sind Zusatzstoffe gefährlich, so wie es immer wieder in den Zeitungen zu lesen ist oder sind sie doch unbedenklich? Dieser Artikel klärt dich über alle wichtigen Fakten auf, sodass du zum Schluss selbst entscheiden kannst.

 

Was sind Zusatzstoffe eigentlich?

Laut Definition sind Zusatzstoffe „Stoffe, die dazu bestimmt sind, Lebensmitteln zur Beeinflussung ihrer Beschaffenheit oder zur Erzielung bestimmter Eigenschaften oder Wirkungen zugesetzt zu werden.“. Verständlicher ausgedrückt heißt das, dass sie dazu eingesetzt werden, unsere Lebensmittel so aussehen oder schmecken zu lassen, damit wir sie auch gerne essen und uns nicht davor ekeln.

Im Moment gibt es etwas mehr als 300 zugelassene Zusatzstoffe, die je nach ihrem Zweck in verschiedene Klassen eingeteilt werden. Bekannte Klassen sind Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel, Säuerungsmittel, Süßungsmittel, Farbstoffe, Verdickungsmittel.

Interessant ist noch zu wissen, dass Zusatzstoffe eigentlich nur dann eingesetzt werden dürfen, wenn dies das Lebensmittel erfordert und auch nicht zur Täuschung des Verbrauchers führen kann.
Das ist bei Antioxidantien (verhindern das braun werden von angeschnittenen Oberflächen) oder Konservierungsstoffen (verhindern den schnellen Verderb von Lebensmitteln) meist noch nachvollziehbar. Jedoch bei Farbstoffen, Geschmacksverstärkern oder Süßungsmitteln, die meist nur dazu eingesetzt werden, dass wir das Produkt überhaupt ansprechend finden und es auch nicht sofort wieder ausspucken, eher fraglich.

 

Zusatzstoffe müssen getestet und zugelassen werden

Eine gute Nachricht an der Stelle ist, dass Hersteller nicht einfach irgendwelche Zusatzstoffe verwenden dürfen. Alle Zusatzstoffe müssen zugelassen werden. Für die Zulassung muss nachgewiesen werden, dass der Stoff gesundheitlich unbedenklich, technologisch notwendig ist und der Verbraucher nicht getäuscht oder irregeführt werden kann.
Die Punkte „Täuschung/Irreführung“ und „technologische Notwendigkeit“ hatten wir bereits näher beleuchtet.

Die gesundheitliche Unbedenklichkeit wird mithilfe von Ratten- oder Mäuseversuchen nachgewiesen. Bei vielen Stoffen wird in den Versuchen eine Mengenbegrenzungen und ein so genannter ADI-Wert ermittelt. Der ADI-Wert (Acceptable Daily Intake) gibt die täglich akzeptable Menge an, die ein Mensch ein Leben lang ohne Probleme verzehren kann. Hersteller dürfen also keine höheren Mengen als den ADI-Wert in ihren Lebensmitteln verwenden.

Was sich erstmal gut und sicher anhört, sollte dann aber doch etwas mit Vorsicht genossen werden. Denn so wird verständlicherweise natürlich nicht gewährleistet, dass dein tatsächlicher Verzehr bei Kombination von verschiedenen Lebensmitteln auch unter dem ADI-Wert liegt. Der viel kritischere Punkt ist aber, dass keine gleichzeitige Aufnahme und mögliche Wechselwirkungen von mehreren Zusatzstoffen untersucht wird. Schließlich sind in unseren Lebensmitteln fast immer mehrere Zusatzstoffe enthalten. Ein gutes Beispiel sind hier zuckerfreie Produkte. Diese enthalten fast immer mehrere Süßungsmittel als Ersatz. Verlasse dich hier also nicht blind auf den Gesetzgeber.

Wie_werden_Zusatzstoffe_getestet

Wie erkennst du, ob Zusatzstoffe enthalten sind?

Auch hier gibt es erstmal eine gute Nachricht. Die Hersteller sind dazu verpflichtet, alle Zusatzstoffe, die verwendet worden sind in der Zutatenliste anzugeben. Hierbei muss immer der Klassenname (Süßungsmittel, Farbstoff, Emulgator, …) und die Verkehrsbezeichnung (Aspartam, Ascorbinsäure, Acesulfam K, …) angegeben sein. Auch ist die zugehörige E-Nummer (E420, E452, E901, …) möglich.

Aber auch hier gibt es wieder ein ABER. Es kann nämlich sehr wohl der Fall sein, dass ein Endprodukt, keine Zusatzstoffe auf der Zutatenliste stehen hat, obwohl sich Zusatzstoffe im Produkt befinden. Das ist der Fall, wenn das Endprodukt aus verschiedenen Produkten besteht und diese einzelnen Produkte Zusatzstoffe enthalten. Diese müssen dann nicht auf der Zutatenliste des Endproduktes angegeben sein.

Ein kurzes Beispiel, damit es leichter verständlich wird. Margarine muss immer Emulgatoren enthalten, damit sich die pflanzlichen Öle mit dem Wasser in der Margarine verbinden. Würdest du dir die Margarine im Supermarkt kaufen, müssten die Emulgatoren auf der Zutatenliste aufgeführt sein. Verwendet nun aber ein Kuchenhersteller diese Margarine für seinen Kuchen, würdest du die Emulgatoren auf der Zutatenliste des Kuchens nicht mehr finden können. Hier würdest du nur Margarine als Zutat finden, nicht aber die Emulgatoren. Also ist auch hier Vorsicht geboten, bei Produkten, die als „clean“ erscheinen, aber aus vielen Einzelzutaten bestehen.

Kuchen_versteckte_Zusatzstoffe

Was sind die möglichen Risiken

Wie du nun weißt, werden Zusatzstoffe auf Unbedenklichkeit geprüft und müssen dies auch nachweisen können. Hersteller können also nicht einfach einen ungeprüften Stoff verwenden und so deine Gesundheit gefährden. Allerdings solltest du dir auch bewusst sein, dass dies keine 100% Garantie darstellt. Stoffe werden immer nur einzeln und nicht auf mögliche Wechselwirkungen mit anderen Stoffen geprüft. Da in der Realität jedoch oft mehrere Zusatzstoffe auf einmal verwendet werden, gibt es durchaus ein Restrisiko. Mögliche Risiken, die bereits vereinzelt in Studien* nachgewiesen wurden sind: abführende Wirkung, Asthmaanfälle, schlechte Aufmerksamkeit, Zellschäden, Geschmacksveränderungen, Stoffwechselstörungen, Hautreizungen, Allergien, Pseudoallergien, Nierenschäden.

Wer auf Zusatzstoffe verzichten möchte oder aufgrund einer Allergie sogar muss, der sollte auf alle Fälle Zutatenlisten lesen und verstehen können. Auch hier ist aber Vorsicht geboten, wenn Endprodukte aus mehreren verarbeiteten Produkten bestehen, die potenziell Zusatzstoffe enthalten. Diese müssen dann nicht mehr auf der Zutatenliste des Endproduktes angegeben werden .

 

Wie solltest du nun in der Praxis damit umgehen.

Abschließend lässt sich also sagen, dass man weder sagen kann, Zusatzstoffe sind gefährlich, noch dass sie völlig ungefährlich sind. Wie solltest du also in der Praxis am besten damit umgehen?

Zusatzstoffe sind in gewissen, kleinen Mengen mit Sicherheit nicht schädlich für deinen Körper. Jedoch ist es auch so, dass wir in unserer heutigen Zeit fast ständig Produkte mit Zusatzstoffen zu uns nehmen. So können durchaus hohe Mengen aufgenommen werden, bei denen in Verbindung mit möglichen Wechselwirkungen ein Risiko nicht komplett ausgeschlossen werden kann. Daher solltest du dir auf alle Fälle die alte Weisheit „Die Menge macht das Gift“ in Erinnerung rufen und auch so vorgehen.

Reduziere aktiv die Aufnahme von Zusatzstoffen, versuche aber auch nicht perfekt zu werden und nur noch zusatzstofffreie Lebensmittel zu essen. Das ist mit Sicherheit auch übertrieben. Um die Aufnahme aktiv zu reduzieren, eigne dir auf alle Fälle Zutatenlisten lesen an. Damit kannst du deine Lebensmittel prüfen und passende Alternativen finden, die weniger Zusatzstoffe enthalten.

So erzielst du eine Aufnahme, bei der du dir um deine Gesundheit keine Sorgen machen musst und kannst trotzdem noch alle Lebensmittel und Gerichte essen, die du gerne isst, ohne mulmiges Gefühl.

Solltest du noch Unterstützung brauchen beim Zutatenlisten lesen und verstehen, dann kann ich dir nur wärmstens meinen Online-Crashkurs: „Endlich gesund ernähren“ empfehlen. Hier lernst du nämlich nicht nur Zutatenlisten lesen, sondern auch wie du gesunde von ungesunden Lebensmitteln unterscheidest, was es bei Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen zu beachten gibt und ganz wichtig: Wie du das Ganze auch praktisch umsetzt, mithilfe der enthaltenen Schritt-für-Schritt-Anleitung. Mehr Infos zum Online-Crashkurs findest du hier

 

*Studien wurden teilweise an Tieren oder mit sehr hohen Mengen durchgeführt wurden.

000

Comments (0)

Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Auf die Warteliste Ich schreibe Dir automatisch eine E-Mail, sobald das Seminar verfügbar ist.
Email Ich behandle Deine Daten vertraulich. Hinweise zur Verarbeitung deiner Angaben und Widerspruchsrechte: Datenschutzerklärung.